• Sonnenaufgang

    Noten und Text

    Sūryāyā  Swāhā   Sūryāyē Idam Na mama

    Prajāpatayē Swāhā  Prajāpatayē Idam Na mama

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    Bitte beachten
    Bei diesem Mantra differieren Schreibweise und Aussprache gering. Deshalb ist der Text nur als Hilfestellung zu betrachten. Beim genauen Hinhören klingt das erste Sūryāyā mit a und das zweite Sūryāyē mit e am Ende. Deswegen wird hier erneut noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass verschriftlichter Text und aufgenommener Ton differieren, somit genaues Hinhören zum Erlernen der korrekten Aussprache vorzuziehen ist.

  • Sonnenuntergang

    Noten und Text

    Agnayē  swāhā   Agnayē idam na mama

    Prajāpatayē swāhā  Prajāpatayē idam na mama

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Deutung der Mantren

Inhaltliche Erschließung

Es wird immer wieder betont, dass die vedischen Texte bzw. insbesondere Mantren nicht übersetzt werden können. Dessen ungeachtet haben natürlich die Worte ihre Bedeutungen. Vielfach ist es so, dass diese Worte des Sanskrit synonym für das stehen, was sie entweder bewirken oder wessen bzw. welchen Anspruch diese repräsentieren und darüber hinaus von geschichtlichen Aspekten der Auslegung zugunsten von Einzelinteressen nicht frei und unabhängig zu betrachten sind. Persönlich ziehe ich es vor, die inhaltliche Erschließung neutral und ohne jeden Anspruch vorzunehmen, da inhaltliche Aussagen vielfach als überholt zu erachten sind.

Die Deutungen der Mantren sind nicht geeignet zur Anwendung des Agnihotra.

  • Sūryāyē – erste Strophe zum Sonnenaufgang
    Im Namen des Wesens der Sonne gebe ich [erste Portion Reis] – Im Namen des Wesens der Sonne für alles, nicht mir gehörend.
    Sūrya, das Wesen der Sonne wird im Sanskrit als Sonnengott definiert. Sūryāyē, die Endung -yē, die auch bei Agnayē zur Aussage kommt, ist die Deklination im Kasus Dativ Singular, also der Sonne, bzw. dem Feuer.
  • Agnayē – erste Strophe zum Sonnenuntergang
    Im Namen des Wesens des Feuers gebe ich [erste Portion Reis] – Im Namen des Wesens des Feuers für alles, nicht mir gehörend.
    Agni, ist das Wesen des Feuers, bzw. der Gott des Feuers. Es ist gleichfalls Lebensenergie und in der Vedischen Schöpfungsmythologie war Agni vor Sūrya entstanden.
  • Swāhā
    Was hier als die Aussage „gebe ich“ definiert wird, drückt im Grunde in der Wurzel des Wortes nur den luftleeren Raum aus, also den, der nach der irdischen Atmosphäre beginnt. Womöglich ist dies auch als ein Hinweis darauf zu verstehen, wie weit die Wirkungen reichen, die bei der Aussprache des Wortes Swāhā und der Gabe, in unserem Fall des Reises, beim Agnihotra erfolgen.
    Ergänzend sei hierzu ausgeführt, dass die Erde im Vedischen die Bezeichnung Bhūh und die Atmosphäre, also der Bereich zwischen Erdoberfläche und luftleeren Raum Bhūhvas tragen.
  • I dam na mama
    Definiere ich hier in „für alles, nicht mir gehörend“. Shree Gajanan verwies bei der Erläuterung der Formel „I dam na Mama“ auf die Aussage in der Bibel „Dein Wille geschehe“ und unterstrich dessen Aussage kurz darauf mit „Vollkommene Hingabe, dein Wille geschehe“. Es geht darum, die eigenen Sorgen, Wünsche und Hoffnungen, also jedwede Gedanken während des Agnihotra zurückzustellen, um im Vertrauen mit sich selbst vollkommenes Gewahrsein zu erfahren. Der Fokus auf eine gleichmäßige Atmung ist dabei sehr hilfreich.
    Natürlich sind die Anwendungen als ein Dienst für einen Selbst zu sehen, doch es ist vor allem eben ein Dienst zum Wohle aller, also für die Welt, zur Erhaltung des Lebensraums und damit der Gemeinschaft.
    Achtung! Agnihotra verstärkt nicht nur die Gaben, die in das Feuer gegeben werden, sondern auch eben alles, was einem in dem Moment im Geiste beschäftigt. Daher sei man achtsam und rein mit sich im Geiste.
  • Prajāpatayē – zweite Strophe zu beiden Versen
    Im Namen des Wesens von allen was ist, gebe ich [zweite Portion Reis] – Im Namen des Wesens von allen was ist, nicht mir gehörend.
    Prajāpati, dass ich hier als das „Wesen, von allem was ist“ zum Ausdruck bringe, wird im Vedischen zum einen als die universale Schöpfungsgottheit bezeichnet, also als das Wesen des Ursprungs von allem, sowie zum anderen als Herr der Welt.

Ergänzend: Es mag sein, dass es am Anfang von allem nur Stille gab und irgendwann ein Prozess von Teilung eingesetzt haben mag. Und mit diesem Ursprung so gesehen ein Urwesen von einfachem Bewusstsein existent geworden ist. Doch erscheint mir diese Formel des „Herrn der Welt“ überkommen, also veraltet und dem hierarchischen Konzept des Patriarchats wie der Stände, also des Kastenwesens, zugrunde zu liegen.
Um den Dienst am Wesen der Welt zur Erhaltung dieser durch Agnihotra und die anderen Yajnya’s geht es. Die Worte sind Ausdruck der Anerkennung und des Respekts vor dieser Welt so wie der eigenen Existenz und der aller. Jeder Existenz liegt das Wesen des vollkommenen Bewusstseins zugrunde und damit auch die Eigenständigkeit eines schöpferischen Daseins.
Philosophische Betrachtungen und Auslegungen sind aus meiner persönlichen Sicht absolut geschlechtsneutral zu betrachten, denn es ist das Sein, das diese Humane Spezies und ihre Fähigkeiten des Handelns und der Vernunft zum Ausdruck bringen (oder auch Unvernunft).

I dam na mama unterstreicht auch, dass der Begriff des Eigentumsvorbehalts nicht relevant ist.

Die Menschen sollten sich die Einstellung zur Angewohnheit machen, dass sie Gäste auf diesen Planeten sind.

Bewusstsein, das sich über den planetaren Raum hinaus erweitert, erhebt das Wahrnehmungsspektrum hin zu einer Gemeinschaft, die allumfassend umsichtig ist.

Mit sich und dem Lebensraum, den sie umgibt.

Das geht einher mit der Überwindung des Egos.

Quellenangaben

  • Die Noten stammen vom Homa Hof Heiligenberg aus deren Agnihotra Anleitung, PDF Dokument (1,2 Mb).
  • Die Mantren wurden von Herrn Vasant Paranjpé gesungen und stammen von einer Kassettenaufnahme aus den 90ern. Das Bildnis von ihm stammt von der Seite worldpeaceproject.info/homatherapie-botschaft-2/ dessen Botschaft aus dem Jahre 2004 aktuell nicht weniger Relevanz hat, noch Brisanz in sich birgt.
  • Die Quellen zur inhaltlichen Erschließung der Mantren entstammen weitestgehend aus den Büchern ‚Agnihotra – Urspung, Praxis und Anwendungen‘ von Horst und Birgitt Heigl sowie ‚Homa Therapie – unsere letzte Chance‘ von Vasant Paranjpé und auch aus verschiedenen Internetangeboten, die im Laufe der Jahre erschlossen wurden.

Religiöse Beweggründe, geschlechtliche Merkmale wie ideologische Ansichten dürfen in den Hintergrund treten. Chemische und physikalische Abläufe und Eigenschaften zum Wohl der Umwelt, wie die Physis von Menschen und Tieren können nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Eine kommerziell monetäre Verwertung ist nicht vorgesehen.

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